Was tun nach einem Unfall?
Die 10 wichtigsten Schritte
Ein Autounfall ist eine extreme Stresssituation. Der Puls rast, der Schreck sitzt tief. Genau jetzt ist es wichtig, einen kühlen Kopf zu bewahren, um sich selbst zu schützen und spätere Nachteile bei der Schadensregulierung zu vermeiden. Diese 10 Schritte zeigen Ihnen, was direkt am Unfallort und in den Tagen danach wirklich zählt.
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Kostenlose Unfallakte anlegen1. Eigenschutz und Sicherheit zuerst
1. Ruhe bewahren und anhalten
Der erste Impuls nach dem Aufprall ist oft Panik. Atmen Sie tief durch. Schalten Sie sofort die Warnblinkanlage ein und stellen Sie den Motor ab. Verlassen Sie das Fahrzeug zügig, aber achten Sie unbedingt auf den fließenden Verkehr!
2. Unfallstelle absichern
Bevor Sie nach Schäden am Auto sehen, müssen Sie die Unfallstelle absichern. Ziehen Sie Ihre Warnweste an — diese ist in Deutschland Pflicht. Nehmen Sie das Warndreieck und gehen Sie dem Verkehr entgegen (am besten hinter der Leitplanke). Stellen Sie das Warndreieck in ausreichendem Abstand auf:
- Innerorts: ca. 50 Meter (entspricht 1 Leitpfosten)
- Landstraße: ca. 100 Meter (entspricht 2 Leitpfosten)
- Autobahn: ca. 150 bis 200 Meter (entspricht 3 bis 4 Leitpfosten)
3. Erste Hilfe leisten und Notruf wählen
Verschaffen Sie sich einen Überblick: Gibt es Verletzte? Wenn ja, alarmieren Sie umgehend den Rettungsdienst unter 112. Leisten Sie Erste Hilfe, bis der Krankenwagen eintrifft. Sprechen Sie Verletzte an und beruhigen Sie diese.
2. Die polizeiliche Aufnahme
4. Polizei rufen – wann ist es Pflicht?
Nicht bei jedem kleinen Kratzer muss die Polizei kommen. In folgenden Fällen ist es jedoch zwingend erforderlich, die 110 zu wählen:
- Bei Personenschäden (auch wenn es "nur" Schmerzen sind).
- Bei hohem Sachschaden.
- Wenn die Schuldfrage unklar ist oder der Gegner die Schuld bestreitet.
- Wenn der Unfallgegner geflohen ist.
- Bei Verdacht auf Alkohol- oder Drogenkonsum beim Unfallgegner.
- Wenn ein Mietwagen oder ein im Ausland zugelassenes Fahrzeug beteiligt ist.
§ 34 StVO: Bagatellschäden und die Kreuzung
Ist nur ein leichter Blechschaden entstanden, sind Sie gesetzlich verpflichtet, die Fahrbahn zügig zu räumen, um den Verkehr nicht zu blockieren. Fahren Sie die Autos an den Rand. Machen Sie aber unbedingt vorher ein bis zwei Übersichtsaufnahmen mit dem Handy!
3. Beweissicherung und Dokumentation
5. Unfallort (wenn möglich) nicht verändern
Liegt ein schwerer Unfall vor, dürfen die Fahrzeuge auf keinen Fall bewegt werden, bis die Polizei die Spuren gesichert hat. Schalten Sie lediglich die Zündung aus und sichern Sie die Unfallstelle ab.
6. Beweise sichern (Fotos & Skizze)
Nutzen Sie Ihr Smartphone intensiv. Gute Bilder sind für Gutachter und Versicherungen bares Geld wert. Achten Sie auf:
- Übersichtsaufnahmen: Fotografieren Sie die Unfallsituation aus verschiedenen Winkeln, so dass Bremsspuren, Straßenverlauf und Schilder sichtbar sind.
- Detailaufnahmen: Fotografieren Sie die Schäden an beiden Fahrzeugen aus der Nähe.
- Kennzeichen: Vergessen Sie nicht, das gegnerische Kennzeichen deutlich abzufotografieren.
Tipp: Digitale Unfallakte nutzen
Die LOCAL PRO Unfallakte hilft Ihnen dabei, alle Bilder geordnet und datenschutzkonform zu speichern und direkt mit einer Skizze sowie den GPS-Koordinaten des Unfallortes zu verknüpfen.
7. Zeugendaten notieren
Oft fahren wichtige Zeugen weiter, sobald die Polizei eintrifft. Sprechen Sie Umstehende aktiv an. Notieren Sie sich Name und Telefonnummer der Personen, die den Unfall beobachtet haben. Im Streitfall sind neutrale Zeugenaussagen Gold wert.
8. Daten mit dem Unfallgegner austauschen
Tauschen Sie unbedingt Ihre Personalien aus. Lassen Sie sich den Führerschein und Fahrzeugschein des Gegners zeigen und notieren oder fotografieren Sie die Daten. Fragen Sie nach der Kfz-Haftpflichtversicherung des Gegners.
9. Europäischen Unfallbericht ausfüllen
Haben Sie einen Vordruck des Europäischen Unfallberichts im Handschuhfach? Füllen Sie diesen gemeinsam mit dem Unfallgegner aus. Kreuzen Sie die zutreffenden Situationen an und zeichnen Sie eine kleine Skizze.
Vorsicht: Kein Schuldanerkenntnis unterschreiben!
Unterschreiben Sie am Unfallort niemals ein Dokument, in dem Sie die Schuld am Unfall zugeben! Das kann später zum Verlust Ihres Versicherungsschutzes führen. Der Unfallbericht dient lediglich der Aufnahme der Tatsachen, nicht der Klärung der Schuldfrage.
4. Die richtige Schadensregulierung
10. Eigene Experten beauftragen
Der größte Fehler passiert oft erst zu Hause auf der Couch: Geschädigte rufen direkt die gegnerische Versicherung an. Diese bietet sich dann freundlich an, "alles für Sie zu erledigen". Das Ziel ist dabei oft, den Schaden mit eigenen Gutachtern und Partnerwerkstätten möglichst günstig kleinzurechnen.
Die Lösung: Bei einem unverschuldeten Unfall haben Sie das gesetzliche Recht auf einen unabhängigen Kfz-Gutachter und einen Verkehrsrechtsanwalt. Die Kosten dafür muss die Versicherung des Unfallverursachers tragen.
Legen Sie Ihre Unfallakte am besten digital an. Wählen Sie einen unabhängigen Gutachter aus dem LOCAL PRO Netzwerk aus Ihrer Region. Dieser dokumentiert den Schaden neutral, reicht ihn (meist direkt über einen Verkehrsrechtsanwalt) bei der Versicherung ein und sorgt dafür, dass Sie jeden Cent erhalten, der Ihnen zusteht – inklusive Wertminderung und Mietwagenkosten.
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