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Kapitel 26, Teil 5: Betrieb, Recht, Grenzen

Wo die Grenzen dieses Systems liegen

Dieses Kapitel steht am Schluss, weil es der wichtigste Teil des Buchs ist. Wer eine Anleitung schreibt und dabei nur beschreibt, was funktioniert, hat keine Anleitung geschrieben, sondern einen Prospekt.

ES IST KEINE GUTACHTENSOFTWARE

Das System erstellt kein Gutachten. Es kalkuliert nicht, es bewertet nicht, es erzeugt keine Restwertanfragen und keine Wiederbeschaffungswerte. Die fachliche Arbeit findet in der Gutachtensoftware statt, mit der ein Büro ohnehin arbeitet. Der Übergabepunkt ist der Export aus Kapitel 19.

ES IST KEINE BÜROSOFTWARE

Es rechnet nicht ab, führt keine Buchhaltung, kennt keine offenen Posten und kein Mahnwesen. Für Kanzleien gilt dasselbe in ihrer Sprache: keine RVG-Abrechnung, keine Fristenverwaltung, kein beA. Wer eine Kanzlei- oder Bürosoftware ersetzen will, ist hier falsch.

ES ERSETZT KEINE AKQUISE

Die Sichtbarkeitsmerkmale aus Teil 2 schaffen Voraussetzungen, keine Aufträge. Der Blog aus Kapitel 8 verlangt Arbeit, die niemand abnimmt. Das Netzwerk aus Kapitel 16 muss aufgebaut werden, es entsteht nicht durch eine Lizenz. Wer nichts davon tut, bekommt eine gut gebaute Seite, die niemand besucht.

ES GIBT KEINE GARANTIE FÜR MEHR AUFTRÄGE

Niemand kann seriös versprechen, wie viele zusätzliche Fälle ein Büro bekommt. Wer eine solche Zahl nennt, hat sie sich ausgedacht. Was sich sagen lässt, ist der Mechanismus: früher erreichbar sein, den Auftrag im Entscheidungsfenster ermöglichen, den Fall nicht mehr verlieren. Ob das im konkreten Fall wirkt, hängt vom Markt, vom Netzwerk und vom Büro ab.

DIE VERTRAGLICHEN GRENZEN

Die Lizenz läuft über eine feste Laufzeit und ist nicht monatlich kündbar. Die KI-Ersteinschätzung verursacht zusätzliche Kosten über den selbst gestellten Zugang. Der Zugang für KI-Assistenten aus Kapitel 7 wird heute selten genutzt. Das Verkehrsmodul aus Kapitel 22 ist auf das Gebiet des Büros zugeschnitten und lebt von der Zahl der Nutzer, die es dort gibt.

WAS BLEIBT

Was bleibt, ist ein System für den Weg zum Auftrag und für die Abwicklung danach. Nicht für die Begutachtung, nicht für die Buchhaltung, nicht für die Akquise anstelle des Büros. Innerhalb dieser Grenzen nimmt es viel ab. Außerhalb nimmt es gar nichts ab, und es zu kaufen, um damit etwas anderes zu lösen, wäre ein Fehler.

Wer bis hierher gelesen hat, kann selbst beurteilen, ob das zu seinem Büro passt. Genau dafür wurde diese Anleitung geschrieben.

Dieses Kapitel gehört zum Handbuch Das digitale Sachverständigenbüro. Alle 26 Kapitel sind frei lesbar.

Vom Lesen zum Ausprobieren.

Zwanzig Minuten an einem echten Fall. Danach weißt du, ob das für dein Büro passt.