LOCAL PRO
Kapitel 16, Teil 4: Wie der Fall bearbeitet wird

Dienstleister im Schadenfall auswählen und steuern

Ein Unfallschaden ist selten mit einer Leistung erledigt. Es braucht regelmäßig eine Werkstatt, oft einen Abschleppdienst, häufig einen Mietwagen und in vielen Fällen einen Anwalt. Für den Geschädigten ist das die eigentliche Zumutung: Er soll in einer Lage, in der er ohnehin überfordert ist, vier Anbieter auswählen, von denen er keinen kennt.

Genau diese Lücke füllt die Schadensteuerung der Versicherer, weil sie das ganze Paket anbietet. Wer dem etwas entgegensetzen will, muss dieselbe Frage beantworten und nicht nur die eigene Leistung erbringen.

WIE DIE AUSWAHL ABLÄUFT

In der Akte sind die Kategorien aufgeführt: Anwalt, Sachverständiger, Werkstatt, Abschleppdienst, Mietwagen. Zu jeder Kategorie sieht der Geschädigte die Betriebe, die das Büro in seinem Netzwerk hinterlegt hat, und wählt aus. Der Stand ist jederzeit sichtbar: noch offen, ausgewählt, oder im eigenen Haus erbracht.

Die Auswahl trifft der Geschädigte. Das ist kein Höflichkeitssatz, sondern der Kern der Sache: Ein System, das an dieser Stelle automatisch zuweist, wäre dasselbe wie das, gegen das es antritt.

WENN EINE KATEGORIE LEER IST

Nicht jedes Büro hat für jede Kategorie einen Partner. Steht in einer Kategorie niemand zur Verfügung, wird dem Geschädigten stattdessen die Frage gestellt, ob er in dieser Sache eine Empfehlung wünscht. Antwortet er mit ja, erscheint das als offener Punkt im Dashboard des Büros und wird dort abgearbeitet und abgehakt.

Damit geht der Bedarf nicht verloren, und der Geschädigte bekommt keine leere Liste zu sehen, sondern eine Frage.

WAS DAS FÜR DAS EIGENE NETZWERK BEDEUTET

Diese Funktion legt offen, wo das eigene Netzwerk Lücken hat. Wer über Monate mehrfach die Empfehlungsfrage bei Mietwagen beantworten muss, weiß, welchen Partner er sucht. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen die Software eine unternehmerische Auskunft gibt und nicht nur Arbeit abnimmt.

WAS DAS FÜR DEN GESCHÄDIGTEN BEDEUTET

Er bekommt das vollständige Paket, das ihm sonst nur die Gegenseite anbietet, aber mit unabhängigen Betrieben und mit der Wahl bei ihm. Und er sieht in seiner Akte, wo sein Fall gerade steht, ohne vier Firmen anzurufen.

WAS DAS FÜR DICH ALS SACHVERSTÄNDIGEN BEDEUTET

Du bist nicht mehr nur der Gutachter, sondern der Punkt, an dem der Fall organisiert wird. Das bindet den Geschädigten stärker als jede fachliche Leistung, weil er dich für die gesamte Abwicklung braucht und nicht nur für einen Schritt. Für deine Partner gilt dasselbe in die andere Richtung: Wer über dich Aufträge bekommt, leitet auch an dich weiter.

Beteiligte Dienstleister in der Akte
Zu jeder Kategorie sieht der Geschädigte die hinterlegten Betriebe und wählt selbst.

Dieses Kapitel gehört zum Handbuch Das digitale Sachverständigenbüro. Alle 26 Kapitel sind frei lesbar.

Vom Lesen zum Ausprobieren.

Zwanzig Minuten an einem echten Fall. Danach weißt du, ob das für dein Büro passt.